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14.09.2018, 11:24 Uhr

CDU für Energie aus Wildpflanzen

Beitrag für mehr Artenvielfalt leisten

Die CDU hat die Kreisverwaltung gebeten, im Rahmen der Arbeitskreise zur Biodiversitätsstrategie, ein Konzept zu entwickeln, um in Lippe den Anbau heimischer Wildpflanzen zur Biomasseproduktion zu verstärken und dieses Konzept den zuständigen Gremien zur Beratung/Beschlussfassung vorlegen.

Die Energiegewinnung durch Biomasse hat auch in Lippe einen deutlichen Anstieg erfahren Dies führt besonders beim Maisanbau zu massiven Nachteilen für die Artenvielfalt.

Saatgutmischungen aus ertrag- und blütenreichen ein- und mehrjährigen heimischen Wildpflanzenarten und Kulturarten bieten innovative Ansätze, mit denen die Energieerzeugung aus Biomasse enger mit Zielen des Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes verknüpft werden kann. Mit dem zu entwickelnden Konzept soll der Kreis Lippe einen Beitrag leisten, Mischungen aus verschiedenen Wildpflanzenarten als eine ökologisch notwendige und ökonomisch tragfähige Ergänzung zu konventionellen Energiepflanzen in der landwirtschaftlichen Praxis zu etablieren.

Da die Wildpflanzen weniger Energie bieten als Mais, muss die Frage des Ausgleichs bzw. einer Förderung für die Landwirte im Konzept berücksichtigt werden. Eine Förderung solcher Projekte ist in der Vergangenheit beispielsweise über die Regionale erfolgt. Weitere Fördertöpfe dürften zur Verfügung stehen. Die möglichen Fördertöpfe sind zu identifizieren und der Kreis soll lediglich den vorgeschriebenen Eigenanteil übernehmen.
Bei der Erarbeitung des Konzeptes für Lippe sollten die Projekte „Lebensraum Feldflur“, „Förderpreis wildtierfreundliche Landwirtschaft“ (der Geflügelhof Schulte aus Delbrück wurde kürzlich durch die Stiftung natur + mensch ausgezeichnet) und „Energiepflanzenanbau und Biodiversität im Münsterland“ herangezogen werden.

Langfristiges Ziel muss es sein, den Anbau von Wildpflanzen für die Energiegewinnung als Agrar-Umweltmaßnahme anerkannt zu bekommen. Wichtig im Sinne der Landwirtschaft ist dabei eine erträgliche und möglichst einfache Kontrolle der Anbauflächen. Agrar-Umweltmaßnahmen werden vom Landwirtschaftsministerium NRW finanziell gefördert.
Der Deutsche Jagdverband (DJV) benennt auf seiner Internet-Seite diese ökologischen und ökonomischen mit dem Wildpflanzenanbau verbundenen Vorteile:

Ökologische Vorteile:
Mehrjährige Mischungen bieten im Sommer wie im Winter Nahrung und Deckung für Wildtiere.Längere Blühzeiten und große Blühflächen verbessern das Nahrungsangebot für Insekten.
Blühmischungen werten das Landschaftsbild auf und erhöhen den Erholungswert einer Region. Durch die Ernte ab Ende Juli wird die Gefahr von Mähverlusten bei Bodenbrütern und Jungtieren verringert.
Um die Ausbreitung invasiver Pflanzenarten zu verhindern, werden in den Mischungen nur heimische Wildpflanzenarten verwendet.

Ökonomische Vorteile:
Wildpflanzenmischungen eignen sich als Dauerkultur und erfordern keine jährliche Bodenbearbeitung und Ansaat. Auf mineralische Düngung und chemische Pflanzenschutzmittel kann weitgehend verzichtet werden.
Der Bodenerosion wird entgegen gewirkt und die Humusbilanz verbessert.